Street Child: Projekt LISANGA

Seit 2022 hat ein wenig bekannter Konflikt zwischen den Gemeinschaften der Teké und Yaka im Westen der Demokratischen Republik Kongo mehr als 146 000 Menschen, darunter vor allem Frauen und Kinder, aus ihrer Heimat vertrieben. Sieben von zehn Schulen wurden geschlossen, und viele Kinder wurden von ihren Familien getrennt und sind nun der Ausbeutung und Rekrutierung durch bewaffnete Gruppen schutzlos ausgeliefert. Das LISANGA-Projekt („Zusammen“ auf Lingala) von Street Child ist in den am stärksten betroffenen Gemeinden von Maï-Ndombe und im ländlichen Kinshasa tätig, um sicherzustellen, dass Kinder im Alter von 6 bis 17 Jahren in Sicherheit sind, zur Schule gehen und lernen können. Als Teil eines grösseren Konsortiums hat das Projekt inzwischen mehr als 14 000 Kinder erreicht.

Ein sicherer Ort, an dem Kinder Kind sein können

Für Kinder, die Vertreibung und Gewalt erlebt haben, hat LISANGA kinderfreundliche Räume geschaffen, die Spiel, Lernen und psychosoziale Unterstützung bieten. Diese erreichen 8000 Kinder, von denen fast die Hälfte Mädchen sind. Geschulte Sozialarbeiter identifizieren und unterstützen die am stärksten gefährdeten Kinder, darunter solche, die missbraucht, ausgebeutet, von ihren Eltern getrennt oder in bewaffnete Gruppen verwickelt wurden und leiten sie an spezialisierte Betreuungseinrichtungen weiter. Soweit möglich, werden unbegleitete Kinder in Pflegefamilien untergebracht und bei der Wiedervereinigung mit ihren Angehörigen unterstützt.

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Zurück in die Schule

Im Rahmen von kommunalen Kampagnen hat das Projekt mehr als 11 000 Kinder wieder in die Schule gebracht, mit Lernsets und Nachholunterricht für diejenigen, die den Anschluss verloren hatten. Etwa die Hälfte davon sind Mädchen. Vierundzwanzig Schulen wurden saniert und mit sicheren Klassenzimmern, sauberem Wasser und Toiletten ausgestattet und über 200 Lehrkräfte wurden in Methoden geschult, die speziell auf Kinder zugeschnitten sind, die unter Krisenbedingungen lernen. Dort, wo Schulen wieder geöffnet wurden, sind vertriebene Familien zurückgekehrt, und einige bewaffnete Gruppen haben sogar den Waffenstillstand erklärt und die Wiedereröffnung der Schulen als Zeichen der Hoffnung bezeichnet.

Als die Mobondo-Miliz eintraf, flohen wir mit diesen Kindern. Wir hatten keine Ahnung, wo ihre Eltern waren, aber ich konnte sie nicht im Stich lassen. Das Leben in Kinshasa war unglaublich schwer. Dann hörten wir von LISANGA, und die Mitarbeiter kümmerten sich sowohl um die Kinder als auch um mich – sie versorgten uns mit dem Nötigsten, medizinischer Versorgung und Schulmaterial.
Bumbupamba, Betreuerin von zwei unbegleiteten Kindern

Projektförderung

Die internationale Entwicklungszusammenarbeit sieht sich derzeit aufgrund von Mittelkürzungen seitens nationaler und internationaler Geldgeber mit erheblicher finanzieller Unsicherheit konfrontiert, insbesondere seit 2025. An der Stiftungsratssitzung hat der Stiftungsrat der Stanley Thomas Stiftung im Juni 2025 die Auswirkungen dieser Mittelkürzungen geprüft und beschlossen, zusätzliche Mittel bereitzustellen, um die entstehenden Lücken zu schliessen. Street Child gehörte zu den Organisationen, die im Rahmen dieser Sonderförderrunde für eine Unterstützung ausgewählt wurden.

Die Stanley Thomas Johnson Foundation unterstützt das zweite und letzte Jahr des LISANGA-Programms mit einem Zuschuss von CHF 100'000.- und trägt damit dazu bei, die Fortführung dieser wichtigen Initiative zu sichern – in einer Zeit, in der internationale Mittelkürzungen die Bildung Tausender Kinder gefährden.

Weitere Informationen zum Projekt gibt es auf der Street Child Website.